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Wissenschaftlicher Name (Latein):

amanita muscaria


Heimat:

Mitteleuropa, normale Pilzgebiete halt, sollte ja jeder schonmal einen gesehen haben.
Findet man meist in Laub- und Nadelwäldern, Erntezeit so zwischen August und Anfang November.


Geschichte:

Die Anwendung des Pilzes ist schon lange Zeit bekannt. Über den gesamten Eurasischen Raum gibt es viele alte Berichte. In Sibieren wurde er als reines Rauschmittel benutzt, in Griechenland war er schon vor 3000 Jahren bei Priestern und Priesterinnen bekannt und beliebt. Im Mittelalter wurde der Pilz von vielen Hexen genutzt, und damit natürlich von der Kirche verboten und verdammt. Das erklärt wohl auch die Abscheu, mit der viele Leute diesem Pilz gegenübertretten und die stark übertriebenen Angaben über seine Giftigkeit.


Aussehen:

Das Aussehen des Fliegenpilz dürfte eigentlich jedem bekannt sein. Der rote Hut mit den weißen Flecken ist sehr markant.


Wirkstoffe: Ibotensäure, Muscimol

Wirkung:

Grundsätzlich wird immer ein Übergang in einen Dämmerzustand oder ein Dösen beschrieben, die sehr farbigen Visionen erfährt man meist wie eine Art Traum, aber doch anders. Häufig sind Flugerlebnisse, der Pilz trägt seinen Namen nicht zu unrecht. Auch eine Sensibilisierung für Geräusche und eine Veränderung der Wahrnehmung von Größenverhältnissen kann festgestellt werden.


Nebenwirkungen:

Es gibt keine genauen Angaben über tödliche Dosen; das was man in der Schule in Heimatkunde gelernt hat oder was im Pilzbuch steht, ist aber meist Blödsinn und geht wohl noch auf eine Zeit der Verdammung des Pilzes als Hexenmittel zurück.

Die Giftinformationszentrale sagt dazu:
"Sehr giftig, Todesfälle sind vorgekommen durch verschiedene Gifte (Muskarin, Cholin,Azetylcholin, Bufotenin). Latenzzeit unter 4 Stunden. Schwindel, Koordinationsstörungen, Rausch. Spätfolgen: Schock Atemlähmung."


Anwendung:

Ich zitiere hier mal aus dem Buch von B. M. Schuldes (übrigens ein großartiges Buch, daß ich Euch nur ans Herz legen kann):

"Die Pilze werden gesammelt und in der Sonne oder im Ofen getrocknet. Die Temperatur darf hierbei, im Gegensatz zur Trocknung psilocybinhaltiger Pilze, auch etwas höher sein. Es sollte nicht mehr als ein mittelgroßer Pilz eingenommen werden, bevor die individuelle Verträglichkeit bekannt ist. Die abgezogenen und getrockneten Huthäute zu rauchen ist eine neuere Methode aus den USA. Auch bei uns wird der getrocknete Fliegenpilz gelegentlich geraucht. Die Konzentration der Inhaltsstoffe schwankt erheblich, durch das Rauchen läßt sich die Wirkung besser steuern. Gelegentlich ist der Wirkstoffgehalt so gering, daß genügend Material selbst von Rauchern nicht mehr inhaliert werden kann. Unangenehme Nebenwirkungen treten beim Rauchen seltener und nur wenig ausgeprägt auf. Die im Fliegenpilz enthaltene Ibotensäure wird durch längeres Lagern und/oder Erhitzen (wie Braten oder Trocknen in Heißluft) zu Muscimol dexarboxaliert. Muscimol ist deutlich aktiver und scheint auch besser verträglich zu sein. Über die unangenehmsten Nebenwirkungen wird in der Regel nach dem Genuß frischer, roher Fliegenpilze berichtet."

Das Copyright liegt beim Autor.


Safer Use:

Man sollte langsam anfangen und sich an seine persöhnliche Dosis herantasten.

Grundsätzlich wird von der Einnahme von mehr als 3 mittelgroßen Pilzen abgeraten. Überdosen können tödlich sein!


Beschaffungsquellen:

Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm.


Legalität:

Nach dem BTMG ist der Besitz und die Weitergabe des Pilzes legal, die Weiterverarbeitung zum Zwecke der Herstellung von Rauschmitteln ist jedoch strafbar

 


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